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Meine Empfehlung:

 

Grazia Deledda, Die Mutter - la madre, neu übersetzt von Ulrike Lemke. Input-Verlag, Hamburg 2022. In der Reihe: Perlen der Literatur, Bd. 19.

 

Den Roman habe ich schon ich schon vor einigen Jahren gelesen, ohne zu ahnen, was für eine besondere Autorin ich vor mir hatte. Aber ich war beeindruckt, von dem Thema, das sie ja schon in den 20er Jahren aufgegriffen hat, und mit welcher Spannung sie es geschrieben hat.

 

Der Roman, 1920 erschienen, spielt wie viele Bücher von Deledda in einem armseligen Dorf auf Sardinien. 

Der junge Priester Paolo muss sich innerhalb weniger Tage für oder gegen das Zölibat entscheiden. Dies wird ein schwerer Gewissenskonflikt zwischen seinem religiösen Pflichtgefühl und einer für ihn überwältigenden Liebe. Er scheint unlöslich und droht ihn zu zerreißen. Aber auch seine Mutter, die ihm den Haushalt führt, ist zutiefst betroffen. Sie hat alles für ihn geopfert, damit er das Seminar besuchen kann. Aber dass ihr über alles geliebter Sohn, auf den sie stolz war, so verfehlen kann, ist für sie mit ihrer tiefen Religiosität und ihrer festen Vorstellung von Moral unerträglich.

 

Ein sehr intensiver, dichter Roman, der mit einer zunehmenden Spannung geschrieben ist. Er fand schon früh Anerkennung und wurde als ein Meisterwerk gelobt.

 

Ute Wenzel im März 2026